1126
1. Hausen erwähnt
1006
Einwohner
1976
Eingemeindung
Südlich von Memmingen, im Buxachtal liegt der schöne Stadtteil Dickenreishausen, das als „Hausen“ 1126 erstmals in einer Notiz des Klosters Roth urkundlich erwähnt wurde. Vielleicht schon etwas früher, denn oberhalb von Dickenreis wurden Reste des „Burgus“ einem römischen Wachturm gefunden. Ein Gedenkstein erinnert noch heute an den Burgus. Auch auf der Schwedenschanze östlich von Dickenreishausen stand wahrscheinlich eine Burg oder Befestigungsanlage. Auch hier erinnert ein Gedenkstein.
Ferner kamen im Jahr 2004 bei Ausgrabungen Reste einer Siedlung mit Kirche und Friedhof zu Tage, die allesamt auf eine frühere Geschichte von Dickenreishausen schließen lassen.
Der Name Dickenreishausen setzt sich zusammen aus dem Wort „Husen“ im Sprachgebrauch der Bauern auch Hausen und dem „dicken Reis“ oder „Wald“, der früher das Dorf umgeben hat.
Nach zuvor wechselnden Besitzerverhältnissen zwischen Herzögen und Memminger Bürgerfamilien gelangte Dickenreishausen 1472 an das Unterhospital Memmingen und verblieb dort bis 1803. Durch diese Zugehörigkeit wurde das Dorf 1532 evangelisch und die im Jahr 1468 fertig gestellte Kirche „St. Agatha und Ottilia“ bildete die heutige Dorfmitte.
Die Hufeisenform des Dorfes entstand durch die spätere Ansiedlung des Oberdorfes im Süden von „Dickenreishusen“, welches durch ein Sumpfgebiet vom Unterdorf mit der damaligen Kirche „St. Albertus“ getrennt war. Das Hufeisen vervollständigte sich später über weitere Ansiedlungen im höher gelegenen und trockenen Bereich der Wangerstraße.
Die damaligen Kontakte zur Stadt waren hauptsätzlich gegenseitige Hilfeleistungen, mit der einzigen Verbindung durch den Weiler „Neubruch“. Später wurde die „Steinerne Brücke“ errichtet und somit entstand eine Verbindungsstraße nach Buxach. Durch die „Legauer Rutsch“ gab es von 1905 bis 1952 eine Bahnverbindung zwischen Memmingen und Legau mit einer Haltstation in Dickenreishausen.
Nördlich der „Steinernen Brücke“ bis zum „Pulverbauer“ erstreckte sich viele Jahrhunderte der von den Antoniermönchen angelegte „Stadtweiher“. Früher betrieben die Mönche darin Fischzucht, später war er auch Naherholungsgebiet der Memminger Bürger, bis er 1776 trockengelegt wurde.
Die Dickenreishauser Schule wurde 1891 erbaut und 120 Jahre später durch einen Neubau erweitert. Nur durch den Zusammenschluss von Volkratshofen und Dickenreishausen konnte die Schule erhalten bleiben. Heute beherbergt sie zusätzlich noch den einzügigen Kindergarten.
Der bekannteste Bürger von Dickenreishausen ist wohl der viermalige Grasbahn Weltmeister Robert Barth.